das Bügelbrett

Was um Gottes Willen machst du jetzt schon wieder.

 

Ich befinde mich auf 2300 Höhenmetern in einer vielleicht 70° steilen, schottrigen Steilwand mit dem Rad auf dem Rücken. Ich hätte mir auch ein Bügelbrett mitnehmen können, denn ich sehe, dass ich hier nicht weiterkomme.

 

Früh morgens um 6 Uhr lasse ich mich tiefgefroren aus meinem Dachzelt fallen und hebe mich auf mein Rad.

Es ist Mitte November, bevor der Schnee kommt, will ich nochmal ins Karwendel.

 

Es geht vorbei an der "Verbotenen Stadt", wie ich sie nenne.

Da haben sich die Jäger ein feines kleines Almdorf gebaut und wollen unter sich bleiben, alle Zufahrtswege sind mit riesigen Verbotsschildern versehen.

Fehlen nur noch Zusatzschilder mit "armed response!".

Man munkelt, dass weitere Ausbauten wie Sauna, Puff und Hubschrauberlandeplatz zur Genehmigung stehen.

Mit eingezogenem Genick sehe ich zu, dass ich schnell vorbei komme.

 

Den heutigen Berg kenne ich schon von einer lustigen Unternehmung vor ein paar Jahren und möchte mal eine andere Variante versuchen.

 

Wie der werte Leser sich schon denkt, kam ich nicht bis zum Gipfel.

Aber auch so war es ein herrlicher Tag in grandioser Karwendelkulisse und in totaler Einsamkeit.

 

Von den zahlreichen Gämsen mal abgesehen.